Am 29. November bot sich in der Rick Young Akademie in Edinburgh erneut die Gelegenheit, direkt von einem der prägendsten Persönlichkeiten des modernen Grapplings zu lernen: Erik Paulson, Gründer des Combat Submission Wrestling (CSW), Shooto-Veteran und weltweit anerkannter Trainer im Bereich Submission Wrestling und MMA.
Erik Paulson machte sich international einen Namen als erster amerikanischer Shooto-Weltmeister und entwickelte aus seinen Erfahrungen in japanischen Shoot-Organisationen, im klassischen Catch-as-Catch-Can Wrestling sowie in Judo, Sambo, Ringen und Brazilian Jiu-Jitsu das System des Combat Submission Wrestling. Sein Stil verbindet technische Präzision mit einem hohen Maß an Anpassungsfähigkeit und fließenden Übergängen zwischen Stand, Kontrolle und Submission.
Die Rick Young Akademie, geleitet von Rick Young, einem langjährigen Schüler von Dan Inosanto und einem der angesehensten Martial-Arts-Lehrer Großbritanniens, bot den idealen Rahmen für dieses intensive Seminar. Die Akademie ist seit Jahrzehnten ein Zentrum für fundiertes Training in Disziplinen wie Brazilian Jiu-Jitsu, Jeet Kune Do, Kickboxen und Grappling – geprägt von einer offenen, respektvollen Trainingskultur.
Inhaltlich konzentrierte sich das Seminar auf klar definierte Themenschwerpunkte, die sowohl technisch anspruchsvoll als auch unmittelbar anwendbar waren. Ein Schwerpunkt lag auf Angriffen gegen die Turtle Position, wobei Paulson detailliert zeigte, wie man Druck erzeugt, Balancebrüche schafft und Übergänge zu kontrollierten Positionen nutzt. Ein weiterer großer Bereich waren Angriffe aus dem Kesa Gatame, einer seiner bevorzugten Kontrollpositionen, aus der zahlreiche Submissions vorbereitet werden können.
Paulson legte besonderen Wert auf verschiedene Würgetechniken, die im CSW eine zentrale Rolle spielen. Unter anderem wurden Side Chokes, Darce Chokes, Short Chokes und Bulldog Chokes intensiv behandelt. Dabei zeigte er nicht nur klassische Varianten, sondern auch zahlreiche Übergänge, Kombinationen und Feinheiten im Griffaufbau, die den Unterschied zwischen einer angesetzten und erfolgreich abgeschlossenen Technik ausmachen.
In seiner gewohnt klaren, direkten und zugleich humorvollen Art vermittelte Erik Paulson nicht nur Techniken, sondern auch Prinzipien: kontinuierlichen Druck, das Lesen der gegnerischen Reaktion, das Nutzen kleiner Bewegungsfehler und die Fähigkeit, jede Position offensiv zu denken.
Der Seminartag in der Rick Young Akademie war damit nicht nur ein technisch anspruchsvoller Trainingsblock, sondern auch eine erneute Begegnung mit einem Pionier des modernen Grapplings, der seine jahrzehntelange Erfahrung auf authentische und inspirierende Weise weitergibt.
