Am 29.03.2026 nahmen unser Trainer Jörg sowie sein Sohn Ole an einem Chain Wrestling Workshop im renommierten Snake Pit in Wigan teil. Die traditionsreiche Schule gilt als eine der Ursprungsstätten des modernen Catch Wrestling und steht bis heute für ein besonders praxisorientiertes und körperlich forderndes Trainingsverständnis.
Das Snake Pit Wigan geht auf die Trainingsstätte von Billy Riley zurück, der in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine Generation herausragender Ringer prägte. Aus dieser Schule gingen unter anderem bekannte Namen wie Karl Gotch, Billy Robinson und Roy Wood hervor, die das Catch Wrestling international verbreiteten und maßgeblich beeinflussten. Insbesondere Roy Wood spielte eine wichtige Rolle dabei, die Trainingsmethoden und Prinzipien des Snake Pit über Jahrzehnte hinweg zu bewahren und weiterzugeben.
Geleitet wurde der Workshop von Greg Compton, der die Inhalte in der für das Snake Pit typischen, praxisnahen und direkten Art vermittelte.
Im Mittelpunkt des Workshops stand das Konzept des sogenannten Chain Wrestling, also das fließende Aneinanderreihen von Techniken, Kontern und Gegenkontern ohne Unterbrechung. Anders als in vielen modernen Grappling-Systemen, in denen einzelne Techniken isoliert trainiert werden, verfolgt dieser Ansatz das Ziel, kontinuierlich Druck auszuüben und aus jeder Situation heraus direkt in die nächste Aktion überzugehen. Der Fokus liegt dabei nicht auf statischen Positionen, sondern auf Übergängen, Kontrolle und dem konsequenten Arbeiten in Bewegung.
Ein wesentlicher Bestandteil des Trainings war das Verständnis für Reaktionen. Jede Technik wurde nicht als abgeschlossene Handlung betrachtet, sondern als Teil einer Kette, auf die der Trainingspartner unmittelbar antwortet. Daraus entsteht ein dynamischer Austausch, der sowohl technisches Verständnis als auch Timing und Gefühl für Druck und Balance schult. Gerade diese Fähigkeit, ohne Verzögerung auf Veränderungen zu reagieren, ist auch im Krav Maga von zentraler Bedeutung.
Darüber hinaus wurde intensiv an Positionswechseln gearbeitet. Übergänge vom Stand in den Clinch, weiter in die Bodenlage und wieder zurück in dominante Kontrollpositionen bildeten einen durchgängigen Trainingsfluss. Ergänzt wurde dies durch das Verknüpfen von Griffen zu sogenannten Submission Chains, bei denen mehrere Aufgabegriffe logisch aufeinander aufbauen, anstatt isoliert eingesetzt zu werden.
Die Trainingsmethodik war dabei durchgehend auf Partnerarbeit und kontinuierliche Drills ausgelegt. Ziel war es, die vermittelten Inhalte unmittelbar umzusetzen und ein Gefühl für fließende Übergänge sowie konstanten Druck zu entwickeln. Diese Herangehensweise entspricht in hohem Maße unserem eigenen Anspruch im Krav Maga Training, Techniken realitätsnah und unter Belastung zu festigen.
Die Teilnahme an diesem Workshop bietet wertvolle Impulse für unser Training in Hanau. Insbesondere die Prinzipien des fließenden Arbeitens, der unmittelbaren Reaktion und der konsequenten Kontrolle lassen sich sinnvoll in das Krav Maga integrieren und tragen dazu bei, unsere Inhalte weiter zu vertiefen und praxisnah zu entwickeln.
Wir freuen uns darauf, die gewonnenen Erkenntnisse in das Training einfließen zu lassen.
